Gärtnern klingt vielleicht nach viel Arbeit und einem großen Zeitaufwand, aber das muss nicht so sein. Gärtnern kann so einfach oder anspruchsvoll sein, wie du es möchtest, und Überraschung: Es macht auch richtig Spaß!

Wenn du darüber nachdenkst, dieses Jahr mit Kindern einen Garten anzulegen, bist du hier genau richtig. Gärtnern ist eine wunderbare Möglichkeit, Kinder mit der Natur zu verbinden, gemeinsam Zeit draußen zu verbringen, Verantwortungsgefühl zu fördern, Geduld zu entwickeln und vieles mehr.

Es gibt viele Vorteile beim Gärtnern mit Kindern. Deshalb findest du unten einige Tipps, wie die Erfahrung für alle Spaß machen kann und wie du Kinder aktiv einbeziehst.

Einen Garten mit Kindern starten

Auch dieses Jahr habe ich beschlossen, dass die Kinder und ich einen Garten anlegen. Vor drei Jahren hatte ich nur einen Balkon, doch auch hier haben wir jedes Jahr gegärtnert.

Dieses Jahr wollte ich es also noch einmal versuchen. Ich weiß ja aus den Vorjahren, dass es ein tolles Projekt ist, bei dem die Kinder mir „helfen“ können, und gleichzeitig eine gute Möglichkeit, ihnen Natur, Lebensmittelproduktion und Verantwortung näherzubringen.

Klein anfangen, mit dem Platz, den du hast

Wenn du neu im Gärtnern bist, starte klein und beginne mit nur wenigen Pflanzen. Viele Obst- und Gemüsesorten wachsen gut, wenn sie etwas Pflege bekommen. Du brauchst auch keinen riesigen Garten. Ein großes Beet ist zwar ideal, aber viele Pflanzen gedeihen auch in Töpfen auf der Terrasse oder auf der Fensterbank. Es ist übrigens noch nicht zu spät, jetzt mit einem Garten zu starten. Viele Pflanzen können auch jetzt erst gesetzt werden und liefern noch im Sommer und Herbst Erträge. Oder du gehst mit den Kids ins Garten Center. So werden wir es nun auch wieder machen, da sich die Schnecken leider auch dieses Jahr wieder über die Pflänzchen hergemacht haben. Doch auch diesmal gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass die Schnecken Gnade walten lassen und sie doch irgendwann mal ein Beet leben lassen.

Kinder in die Gartenplanung einbeziehen

Planung und Vorbereitung kosten Zeit und Mühe, deshalb lohnt es sich, Kinder von Anfang an einzubeziehen. Hier ein paar Ideen:

  • Lies gemeinsam Bücher über Gartenarbeit, damit Kinder den Prozess kennenlernen.
  • Lies auch “der geheime Garten” von Frances Hodgson Burnett. Ein lebendiges Buch, dass Kinder zauberhaft motiviert.
  • Erkundet gemeinsam den Garten und sucht den passenden Platz aus (mindestens sechs Stunden Sonne täglich und guter Wasserabfluss).
  • Lass die Kinder beim Ausmessen helfen und gemeinsam Pflanzkästen, Hochbeete, Rankhilfen oder Zäune bauen.
  • Geht zusammen Saatgut oder Jungpflanzen kaufen. Sprecht über Möglichkeiten und lass die Kinder mindestens eine Pflanze selbst auswählen.
  • Überlegt gemeinsam, wie viele Pflanzen Platz haben und erstellt einen Gartenplan.
  • Beim Vorbereiten können Kinder Abstände zwischen Pflanzen messen (Mathematik in der Praxis!) und markieren, wo etwas gepflanzt wird.

Lasst Kinder schmutzig werden

Die Hälfte des Spaßes beim Gärtnern besteht darin, die Hände in die Erde zu stecken, also lass Kinder mitmachen! Für viele Kinder ist das der beste Teil. Wenn ihr eure Pflanzplätze ausgewählt habt, können Kinder beim Vorbereiten des Bodens und Graben der Löcher helfen. Zeige einmal, wie es geht, und begleite sie dann beim Pflanzen von Samen oder Jungpflanzen.

Bringe ihnen bei, vorsichtig mit Pflanzen und Wurzeln umzugehen. Zeige, wie Erde rund um die Pflanze angedrückt wird, damit sie Halt bekommt. Lass sie echte erwachsenen Werkzeuge benutzen und Teil des Prozesses sein. Ältere Kinder können natürlich mehr übernehmen als kleine Kinder, aber unabhängig vom Alter stärkt es ihre Verbindung zum Garten.

Lebensmittel anbauen, die Kinder wirklich essen

Ich bin sicher nicht allein damit: Meine Kinder essen nicht jedes Gemüse besonders gerne. Egal, wie wir es zubereiten oder wie oft wir erklären, wie gesund es ist, sie wollen es oft nicht essen. Aber unser eigener Garten macht immer einen großen Unterschied.

Wenn Kinder Verantwortung für Pflanzen übernehmen, sind sie stolz auf ihre Ernte und probieren eher, was sie selbst angebaut haben. Lass dein Kind mindestens eine Pflanze selbst aussuchen: Lieblingsobst, Lieblingsgemüse oder einfach etwas das hübsch aussieht.

Falls Kinder bestimmte Pflanzen noch nicht kennen, besucht gemeinsam einen Wochenmarkt und schaut euch verschiedene Sorten an. Danach könnt ihr Samen auswählen und zuhause anbauen. Oft schmecken Gemüse und Obst plötzlich ganz anders, wenn sie direkt frisch aus dem eigenen Garten kommen.

Und wenn Kinder ernten dürfen, wird Gemüse plötzlich zur Belohnung. Ziemlich clever, oder?

Einige unserer Lieblingspflanzen, wenn vorher nicht die Schnecken dran waren (und gleichzeitig recht unkompliziert): Erdbeeren, Zuckererbsen, Kürbis, Zucchini, Cherrytomaten, Karotten und Radieschen.

Daneben pflanze ich noch einige Heilkräuter und Pflanzen, die Insekten und Vögeln zugute kommen (wie die wilde Karde).

Gärtnern als Lernmöglichkeit nutzen

Fast alles am Gärtnern bietet Lernmöglichkeiten. Wann pflanzt man? Warum dort? Warum wächst etwas gut oder schlecht? Kinder lernen dabei Naturzusammenhänge, Wachstum und Lebensmittelproduktion kennen.

Wenn ihr startet, könnt ihr Samen zunächst drinnen in kleinen Gefäßen aussäen. So beobachten Kinder, wie Pflanzen aus Samen entstehen und was sie dafür brauchen: Erde, Wasser und Licht. Sie lernen, warum Fensterplätze wichtig sind oder ein Gewächshaus funktioniert.

Gärtnern eignet sich außerdem hervorragend, um Zusammenhänge zwischen Vögeln, Bienen, Insekten, Würmern und Pflanzen zu erklären. Wenn die Pflanzen draußen wachsen, könnt ihr gemeinsam entdecken, welche Tiere hilfreich sind und welche Probleme verursachen können.

Zeige Kindern, vorsichtig mit Pflanzen umzugehen und Ernte sorgfältig zu behandeln. Lass sie erleben, welche Pflanzen gedeihen und welche nicht.

Gärtnern vermittelt Verantwortung

Ein Garten bietet viele Möglichkeiten, Kindern Verantwortung zu übertragen. Wenn Kinder von Anfang an beteiligt sind, fühlen sie sich mitverantwortlich.

Eine gute Idee sind tägliche oder wöchentliche Aufgaben. Mein Sohn wird bald drei und er liebt es, Pflanzen zu gießen und zu schauen, ob sie gewachsen sind. Auch die anderen kontrollieren regelmäßig ihre Pflanzen.

Sie sind sehr stolz auf ihre Pflanzen und möchten, dass ihr Garten wächst.

So macht Gärtnern Kindern Spaß

  • Bastelt Pflanzenschilder aus Steinen oder Eisstielen.
  • Messt die Pflanzen jede Woche mit einem Maßband und dokumentiert das Wachstum.
  • Dekoriert den Garten mit Feen, Zwergen, Prinzessinnen, Robotern oder Figuren, die Kinder gerade mögen.
  • Gebt Kindern eigene Handschuhe und Werkzeuge.
  • Lasst sie beim Gießen helfen.
  • Fördert die Idee, mit der Natur zusammenzuarbeiten: Kinder können Würmer umsetzen oder Insekten beobachten. Erklärt warum Blattläuse erstmal bleiben dürfen (weil es eine hervorragende Quelle für junge Vögel ist und bald der Marienkäfer kommt, sein natürlicher Gegenspieler).
  • Entwickelt Rezepte mit Zutaten aus dem Garten und lasst Kinder beim Kochen helfen.

Gärtnern mit Kindern

Unser Garten ist noch immer ein Projekt im Werden. Ein zu heißer Frühling und anschließend eine Schneckenplage haben einige Pflanzen beschädigt, aber einiges hält sich trotzdem gut. Ich werde den Fortschritt über den Sommer weiter beobachten.

Weitere Ressourcen zum Gärtnern mit Kindern

Wenn du mehr über das Gärtnern mit Kindern erfahren möchtest, findest du hier weitere Informationen und Empfehlungen:

7 DIY-Ideen für einen naturnahen Garten mit Kindern

Naturnahe Gärten

Dein Herbstgarten: Gärtnern mit Kindern leicht gemacht

Avatar von Sara

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