Selbst ins tun kommen und Vielfalt erhalten. Das ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden. Ich habe irgendwann verstanden, dass ich dafür nicht in den Regenwald ziehen muss, sondern die Biodiversität vor meiner Haustür schützen und unterstützen kann. In meinem naturnahen Garten kann ich mich ausleben, gestalten und sehe den Vögeln, Wildbienen und allen anderen Besuchern zu. Mein Garten ist dadurch zu meinem Kraftort geworden, der mir immer wieder zeigt: auch vermeintlich kleine Aktionen können für ein anderes Lebewesen die Welt bedeuten.
Was ist Biodiversität?
Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens. Dies umfasst drei große Bereiche:
- die Vielfalt der Gene, denn auch innerhalb einer Art gibt es Unterschiede
- die Vielfalt der Arten, wie Tiere, Pflanzen und Pilze und
- die Vielfalt der Ökosysteme, wie z. B. Wälder, Wiesen, Moore, Seen, Flüsse und Meere.
Stelle es dir vor wie ein riesiger Garten mit vielen bunten Blumen, Bäumen und Tieren. Jede Pflanze und jedes Tier hat seine Aufgabe im Garten: Bienen bestäuben Blumen, Vögel fressen Insekten, Bäume geben Sauerstoff. Verschwindet eine Pflanze oder ein Tier, funktioniert der Garten nicht mehr vollumfänglich. Wird der Garten dagegen instabil, weil es z. B. zu warm und zu trocken ist, können die Pflanzen und Tiere hier nicht mehr leben.
Wer kann etwas für Biodiversität tun?
Jeder kann etwas für Biodiversität tun. Naturnah Gärtnern können wir im Garten, auf dem Balkon oder auf dem Fensterbrett. Auch unsere Ernährung und unser Konsum wirkt sich massiv auf Biodiversität aus. Um Entscheidungen treffen zu können, ist es wichtig, die Auswirkungen unseres Handelns einschätzen zu können. Greenwashing ist in diesem Bereich jedoch ein großes Problem, weshalb hier Vorsicht geboten ist. Werden ein paar wenige Dinge beachtet, ist es aber nicht schwer, sich aktiv und effektiv für den Erhalt der Biodiversität einzusetzen.
Wo finden wir Biodiversität?
Biodiversität finden wir überall auf der Erde – von den größten Ökosystemen wie den Ozeanen, bis hin zu den kleinsten Lebensräumen wie eine Pfütze. Biodiversität umfasst außerdem die Vielfalt der Arten und die Vielfalt der Gene. Hier sind einige Orte, an denen Biodiversität vorkommt:
- Wälder:
- Regenwälder wie der Amazonas sind ein Hotspot der Biodiversität
- Misch- und Laubwälder bieten Lebensraum für Wildtiere, Vögel, Insekten und viele Pflanzenarten
- Boreale Wälder sind wenig Artenreich, spielen jedoch eine große Rolle für das globale Klima
- Gewässer:
- Ozeane und Meere beherbergen biodiverse Korallenriffe und bieten Tieren wie Walen und Haien Lebensraum im offenen Gewässer
- Flüsse und Seen sind Heimat vieler Fischarten, Amphibien, Vögel und Biodiversitätsspezialisten wie dem Biber
- Feuchtgebiete sind mit ihren Sümpfen und Mooren besonders wichtig für Amphibien, Vögel und spezialisierte Pflanzen
- Städte und Gärten:
- Gärten und Parks mit Wildblumenwiesen, Hecken und Teichen fördern die Artenvielfalt
- Gründächer und Fassadenbegrünung bieten Lebensraum für Vögel, Bienen und Insekten
- Wilde Ecken sind Verstecke und können Rückzugsorte für Tiere sein
- Agrarlandschaft:
- Biodiverse Landwirtschaft wie Streuobstwiesen, Hecken und Artenreiche Wiesen fördern Biodiversität
- Agroforstwirtschaft kann Abhilfe in Monokulturen schaffen, welche Problemzonen durch die Reduzierung von Artenvielfalt darstellen
- Extreme Lebensräume:
- Wüsten beherbergen spezialisierte Arten wie Kamele, Eidechsen und Kakteen
- Polargebiete werden trotz der extremen Kälte von Lebewesen wie Eisbären, Robben, Pinguinen und speziellen Moosarten bewohnt
- Gebirge bieten Lebensraum für Arten wie Steinböcke und Alpenblumen, die sich an die Bedingungen in höheren Lagen angepasst haben
- Mikrobieller Lebensraum:
- Biodiversität ist nicht nur Sichtbar. Mikroorganismen wie Pilze und Bakterien existieren in Böden, Wasser und sogar in und auf anderen Lebewesen. Sie sind essenziell wichtig für Ökosysteme wie z. B. für die Bodenfruchtbarkeit und Stoffkreisläufe
Warum ist Biodiversität überhaupt wichtig?
Biodiversität stabilisiert Ökosysteme und macht sie widerstandsfähiger gegenüber Umweltveränderungen. Außerdem liefert sie sauberes Wasser, frische Luft, Bestäubung von Pflanzen, fruchtbaren Boden und Raum für Erholung. Biodiversität ist also nicht nur in entlegenen Wäldern oder exotischen Riffen zu finden – wir begegnen ihr direkt vor unserer Haustür.
Wildbienen und andere Insekten

Wie kannst du eine Wildbienen-Nisthilfe nachhaltig und effektiv füllen? Was sollte beim Bau beachtet werden? Wer zieht hier ein und gibt es eine Alternative zum klassischen Insektenhotel?
Warum sind Wildbienen und Co. für unser Überleben auf diesem Planeten überhaupt wichtig und wie können wir den Tieren sonst noch helfen?
Biber

Die Biber sind zurück. Mehr als 100 Jahre waren die fleißigen Baumeister aus unserer Landschaft verschwunden. Eine Erfolgsgeschichte im Naturschutz wurde mit seiner Rückkehr geschrieben. Leider freuen sich nicht alle über die Rückkehr von Meister Bockert.
Warum der Biber ein Management braucht, wie er unsere Landschaft aktiv gestaltet und wie Kinder und Erwachsene auf Bibertour gehen können um faszinierendes zu entdecken, erzähle ich dir. Der Biber ist dabei mehr als unser größtes europäisches Nagetier – er ist unser bester Freund im Kampf um den Erhalt der Biodiversität.
Pilze

Ein ungewöhnliches Konzept für Kinder und Familien zum Thema Pilze und ihrem Nutzen für unsere Umwelt habe ich bereits mit unterschiedlichen Kindergruppen behandelt. Pilze sind weitaus mehr als das, was an feuchten Stellen im Wald wächst, oder auf der Pizza landet. Pilze vernetzen unsere Welt und leisten beträchtliches für unsere Ökosysteme. Diese Lebensform näher zu betrachten lohnt sich allemal.
Nature Journaling

Menschen, ob groß oder klein wieder Neugierig machen und dabei Wunder erleben, das bietet das Nature Journaling. Beim genauen Beobachten und Fragen stellen, nutzen die Kinder, wie auch die Erwachsenen das älteste aller Werkzeuge vieler Naturforscher, das Skizzenbuch. Sie bauen Verbindung auf und sehen wieder neu – lernen geht ganz nebenbei.
Viele tolle Ideen zum Nature Journaling mit Kindern stelle ich dir gerne bereit.
Naturnahe Gärten gestalten

Naturnahe Gärten sind kleine Oasen der Artenvielfalt. Sie bieten heimischen Pflanzen und Tieren – von Wildbienen über Schmetterlinge bis zu Igeln und Vögeln – einen überlebenswichtigen Lebensraum. In Zeiten des Artenrückgangs sind unsere Gärten oft die letzten Rückzugsorte für viele Wildtiere. Schon kleine Veränderungen machen hier einen großen Unterschied.
Welche Strukturen hierfür nötig sind und warum weniger oft mehr ist, lernen interessierte Gruppen in meinem Projekt „der Vogelgarten“.
All das und mehr, findest du auf meinem Blog, Podcast und auch auf YouTube. Schau hier gerne mal vorbei. Vergiss auch nicht den MutterNatur Newsletter auf Substack zu abonnieren, um nichts zu verpassen.
Mehr Vielfalt im Familienalltag?
Ich entwickle stetig weitere Konzepte im Bereich Biodiversität und Naturverbindung. Die Homepage wird somit laufend aktualisiert. Falls du jedoch einen konkreten Wunsch zu einem Thema hast, komme gerne auf mich zu.