Ja, ich werde dieses bunte Chaos irgendwann vermissen

Heute Morgen war ich wieder kurz davor zu explodieren. Ein Berg an Wäsche, die Küche komplett durcheinander, die Kinderzimmer eigentlich unbetretbar.

Und das, obwohl ich letzte Woche wirklich alles gegeben habe, um hier halbwegs Struktur reinzubringen. Dann kam das Wochenende, Arzttermine, Hausaufgaben, Lernen für Klassenarbeiten und so ist die Organisation einfach weggerutscht. Mein Buchprojekt? Fehlanzeige. Kursvorbereitung? Auch nicht.

Und dann sagt mein Mann diesen einen Satz, der mir seitdem nicht aus dem Kopf geht:

„Sieh nicht alles so ernst. Wenn die Kinder ausgezogen sind, wirst du das Chaos vermissen.“

Ich wollte erst protestieren. Aber ehrlich? Er hat recht.

Ich kenne mich. Ich werde diese Zeit vermissen, in der immer eines der vier Kinder irgendwo auftaucht, mich umarmt, etwas erzählen will oder einfach Nähe sucht. Es ist laut, es ist viel, es ist chaotisch, aber es ist unser Leben. Und eigentlich mag ich genau das.

Was mich manchmal trotzdem überrollt, ist dieser alte Anspruch, den ich aus meiner eigenen Kindheit mit mir herumtrage: mein Haushalt muss perfekt sein, Ordnung steht über allem und ist selbstverständlich. Und gleichzeitig weiß ich: In wirklich jeder Ecke unserer Wohnung steckt Leben. Und Wohnungen sind zum Leben da, nicht zum Vorzeigen.

Also manchmal sollten wir nur Ärmel hochkrempeln, Legosteine nehmen und einfach mitbauen. Das entspannt mehr, als ich zugeben möchte. Und nein, die Idee, dass wir danach zusammen aufräumen, ist hier genauso realistisch wie in vielen anderen Familien.

Aber es gibt eine Sache, die für mich nicht verhandelbar ist, egal, wie laut, voll oder chaotisch unser Tag war:

meine Lesezeit und mein Mama-Logbook.

Jeden Tag notiere ich eine kleine Szene. Eine Entwicklung. Eine Frage. Eine Erkenntnis. Etwas, das diese Phase festhält, die so schnell vorbeigeht.

Dieses Logbook hilft mir, mich selbst zu verstehen.

Es macht mir bewusst, dass hinter all dem Alltagschaos echte Momente stecken, die ich später nicht zurückholen kann. Und es erinnert mich daran, dass Mutterschaft nicht nur aus Aufgaben besteht, sondern aus dem Genuss des Moments.

Wenn du selbst ein Logbook führst oder gern anfangen würdest, schreib mir gern. Ich freue mich auf Austausch.

Auf Substack kannst du mich begleiten und gemeinsam machen wir uns daran, diese Momente einzufangen und uns später in einer ruhigen Minute zurückzuholen.

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