
Am Wochenende war ich bei einer Pilzexkursion dabei. Es war wie ein kleiner Urlaub vom Alltag. Wir lernten die Herbsttrompete, Kuhmaul, Austernseitling, Birkenporling, Reizker und viele mehr kennen. So viele faszinierende Farben und Formen auf einmal, dazu das raschelnde Herbstlaub. Es war eine schöne Exkursion.
Doch ein wenig Bauchschmerzen hatte ich schon. Mir wurde wieder bewusst, wie wenig ich eigentlich über dieses Reich weiß. Sehr erschrocken war ich tatsächlich auch, als unser Pilzexperte den grünen Knollenblätterpilz ausbuddelte, genau neben dem Waldspielplatz. Ein hochgiftiger, tödlicher Pilz und ich hätte ihn nichteinmal erkannt. Das hat mir nochmal eins zu Augen geführt: Natur und „Wissen schaffen“ geht Hand in Hand.

Wir Draußen-Mamas müssen nicht alles wissen. Doch wenn wir unterwegs sind, sollten wir uns trotz allem über mögliche Gefahren informieren. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass unsere Kinder genau in dem Moment, genau diese Pflanze oder Pilz sammeln und in den Mund stecken, ausschließen lässt es sich nie. Besonders unsere wilden Kids kommen auf die lustigsten Ideen – eine Waldpilzsuppe wäre nur eine davon. Gerade kleine Kinder vergessen sich im hitzigen Spiel dann auch mal schnell. Giftige Pflanzen, Pilze und gewisse andere Situationen sollten also doch auch auf unsere „muss man kennen“ Liste wandern.
Aber keine Sorge, du musst nun kein weiteres To-do in den Kalender schreiben und abends auch keine Überstunden einlegen. Diese wichtigen Dinge können wir nämlich mit unseren Kindern zusammen lernen. Wie genau? Mit dem Skizzenbuch!
Nature Journaling mit Kindern
Beim Nature Journaling schreiben, malen und messen wir in der Natur alles, was unsere Aufmerksamkeit bekommt. Durch die Beobachtung und Auseinandersetzung mit dem Lebewesen, der Landschaft oder dem erlebten, schauen wir nochmal neu, erleben die Natur um uns intensiv und merken uns vieles besser. Dazu brauchen wir nur ein Papier und einen Stift.

Pilze mit dem Journal kennenlernen
Bei einer Tour mit den Kindern wäre es nun also möglich, dass du anstatt mit dem Korb die Pilze zu sammeln, einfach Skizzen und Bilder vom Pilz erstellst. Hierbei schaut ihr euch genau an, wie der Pilz aufgebaut ist, wo und wann ihr ihn gefunden habt, wie er riecht und ob bereits Tiere hier geknabbert haben. Hat er Lamellen? Oder Röhren? Wo wächst er? Hat er einen Ring? Wie sieht der Stiel aus? Ein Bestimmungsbuch kann anschließend erste Hinweise darauf liefern, welcher Pilz das sein könnte. Trotzdem darf er an Ort und Stelle bleiben, denn er ist ja nun im Skizzenbuch verewigt.
Wenn ihr nun gemeinsam die Pilze kennenlernt, könnt ihr auch die Gefahren besprechen. Redet auch darüber, dass Pilze nicht gesammelt werden dürfen, wenn wir uns nicht hundertprozentig sicher sind, welchen wir hier gefunden haben. Trotzdem sollten wir den Kindern natürlich auch niemals Angst machen, aber ein gesunder Respekt und keine Blauäugigkeit ist meiner Meinung nach trotzdem wichtig.
Folgende wichtige Regel könnt ihr dabei also lernen: Nimm nur mit, was du eindeutig bestimmen kannst – und das gilt nicht nur für Pilze, sondern für das Sammeln in Wald und Wiese ganz allgemein.

Die Natur um uns herum kennenzulernen ist also nicht nur in Bezug auf Naturverbindung wichtig, sondern auch für die Sicherheit unserer lieben.
Und vergiss nicht, die größten Gefahren lauern noch immer in Naturentfremdung.
Du möchtest eine Zusammenfassung zu den Pilzen und ein paar kreative Ideen, wie du Pilze mit deinen Kindern kennenlernen kannst? Hier findest du ein kleines Geschenk von mir an dich 🍄
Höre auch gerne in die Podcastfolge zu diesem Thema:

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