
Ob Pilze, Nüsse oder Beeren, im Herbst hält die Natur viele kostbare Schätze für uns bereit. Sammeln macht besonders mit Kindern Spaß und bringt uns der Natur näher. Doch wie können wir sichergehen, dass wir achtsam mit diesen Schätzen umgehen?
Zunächst einmal und sehr wichtig: Kein Pilz oder Kraut ist es wert, dafür zu sterben! Nehmt nur mit, was ihr eindeutig bestimmen und erkennen könnt! „Wilde Möhre“ haftet nicht für Personenschäden durch den Verzehr von gesammelten Pilzen, Beeren oder Wildkräutern.
Zu Gast in der Natur
Wenn wir Orte betreten, in denen wir nicht dauerhaft leben, sind wir dort zu Gast. So sollten wir uns auch verhalten und das an u sere Kinder weitergeben. Denn was für uns ein schönes Erlebnis ist, ist für andere ihr Alltag, ihr Zuhause.
Eichhörnchen, Eichelhäher, Hirsch, Fuchs und Co. leben hier und sind auf ein funktionierendes System angewiesen. Deshalb ist es wichtig, dass wir achtsam unterwegs sind und den Lebensraum nicht beschädigen. Informiert euch über die Betretungs- und Sammelregelung des Gebiets an dem ihr seid und lasst keinen Müll liegen – sammelt sogar lieber unachtsam weggeworfene Dinge ein.
Handstraußregel
Gesetzlich gilt in Gebieten, in denen Sammeln erlaubt ist die sogenannte Handstraußregel. Also genau so viel, wie du als Person in einem „Handstrauß“ mitnehmen kannst.
Als Grundsatz könnt ihr euch merken, dass ihr nur so viel sammeln solltet, wie der Standort auch verträgt. Bedeutet, nur in kleinen Mengen und nicht an einem Sammelplatz alles kahl zu ernten. Denn auch andere könnten zum sammeln vorbeikommen und letztendlich wäre nicht mehr genug für die Tiere übrig, die auf diese Nahrung angewiesen sind.
Werkzeug und Material
Für Pilze (Achtung, nur die sammeln, die ihr sicher bestimmen könnt) ist ein scharfes Messer zum abstechen am besten geeignet. Pflanzen schneidet ihr mit einer Schere. So könnt ihr sichergehen, dass ihr weder das Mycel des Pilzes stark beschädigt, noch dass die Pflanzen eine große Angriffsflächen für Bakterien und sonstiges bieten. Die Wurzeln sollten nicht beschädigt werden und zurückbleiben. Ein Sammelkorb ist gut geeignet, um eure Schätze unbeschadet zu transportieren.
Dankbarkeit
In ihrem Buch “die Großzügigkeit der Felsenbirne” spricht Robin Wall Kimmerer von der Dankbarkeit gegenüber den Pflanzen, wenn wir diese Schätze achtsam sammeln und sie mit anderen Teilen. Sie schreibt weiterhin, dass alles auf Gegenseitigkeit beruht. Vielleicht hast du das Wort Reziprozität schon einmal gehört? In naturverbundenen Kulturen wird dieses Gegenseitige geben besonders zelebriert.
In der westlichen Welt sind wir es jedoch gewohnt zu nehmen. Ein Geschenk, welches nicht Materielles beinhaltet oder Erwartungen auslöst ist nur noch selten zu finden. Leider lernen das auch unsere Kinder sehr früh.
Wieder echte Dankbarkeit zu spüren und gegenseitig ohne Erwartungen zu teilen, das können wir in der Natur lernen und erleben. Das alleine weitergeben zu dürfen, ist ein großes Geschenk.
Gemeinsam könnt ihr eure Dankbarkeit für die gesammelten Schätze ausdrücken. Es ist auch eine schöne Geste, einen Schluck Wasser oder Tee über den Ort zu gießen. So nehmt ihr nicht nur, sondern gebt Wertschätzung zurück.

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