Werde eins mit der Natur um dich herum

Für mich hat das neue Jahr tatsächlich zur Wintersonnenwende begonnen. Darin sehe ich irgendwie einen Sinn, wenn man allein betrachtet, dass hier der dunkelste Tag des Jahres ist. Danach wird es allmählich wieder heller und die Raunächte schließen das alte gut ab und begrüßen das neue ganz sachte, zwölf Nächte lang. Am 01. Januar finde ich es immer etwas deprimierend zu starten.
Da hätten wir die dicke Luft durch das Silvesterfeuerwerk. Viele Menschen sind dann auch noch nicht ganz nüchtern. Die Tiere sind verschrocken und ganz wenig Vogelgezwitscher ist zu hören. Dazu der Müll überall.
Also ich mag es nicht so gerne mein Jahr so zu starten. Dagegen sind die Tage nach der Wintersonnwende besinnlich mit der Familie zusammen. Man reflektiert viel.
Wie war das Jahr? Wie möchte man das neue erleben? Neue Hoffnung bringt uns das Zusammensein.

Die Hoffnung im Großen, wie dass die schrecklichen Konflikte endlich beendet sind, aber auch die Hoffnung im Kleinen, gute Gewohnheiten zu etablieren und vielleicht auch mit ein paar Vorsätzen zu starten. Was die Vorsätze betrifft, habe ich mir etwas für dich überlegt. Sieben Wege für mehr Naturverbindung im neuen Jahr. Ich bin mir fast sicher, dass viele Familien sich mehr Zeit und Naturverbindung als guten Vorsatz gesetzt haben.
Und ich möchte dir ein paar meiner liebsten Ideen mit auf den Weg geben, wie das gelingen kann. Starten möchte ich mit einer Definition von Ökologie, die folgend lautet: Ökologie ist die Beziehung zwischen lebenden Organismen einschließlich des Menschen und der Beziehung zur unbelebten Welt.

Wie stehen also Pflanzen, Tiere, Bakterien, Pilze und wir zueinander in Beziehung?
Und was hat das mit Naturverbindung zu tun? Für mich steht das Vertiefen von Naturverbindung in direkten Bezug zur Beziehungsarbeit, die wir mit der belebten und der unbelebten Welt führen. Es geht auch darum zu verstehen, dass wir ein Teil dieser Definition sind und damit zur natürlichen Welt dazugehören. Egal wie sehr uns unsere Häuser, Autos und Technologien das Gefühl geben, davon getrennt zu sein.

Heute geht es deshalb darum, wie jeder von uns sich mit den Ökosystemen, in denen wir leben, verbinden kann – auf eine Weise, die sowohl für uns selbst als auch für den Planeten hilfreich ist; weit in die Zukunft hinein. Meine Hoffnung ist, dass für jeden etwas dabei ist, unabhängig davon, wo du lebst, welches Einkommen du hast oder welche körperlichen Fähigkeiten du mitbringst – denn die Natur ist wirklich für uns alle da.

Ich hoffe, dass du hier persönlich Inspiration finden kannst, die du in deinen Alltag in diesem Jahr und darüber hinaus einfließen lassen kannst. Also, ohne weitere Umschweife, hier sind sieben Wege, um dich in diesem Jahr mit der Natur zu verbinden.

1. Alle Sinne einsetzen

Der erste Weg, um dich mit der natürlichen Welt zu verbinden, besteht darin, all deine Sinne zu nutzen. Also die Achtsamkeit zu schulen: Deine Aufmerksamkeit wird dabei auf den Moment und deinen Aufenthaltsort gerichtet. Oft sind wir nämlich damit beschäftigt, an unsere To-Do-Listen zu denken oder an dasswoeder irgendjemand irgendwas von uns braucht oder will, oder an all die anderen Dinge, die ständig in unseren Köpfen herumschwirren.

Es kann wirklich schwierig sein, im Moment zu bleiben. Eine Übung möchte ich dir mit auf den Weg geben die du das nächste Mal mit deinen Kindern im Freien ausprobieren kannst – ob im Garten, auf der Straße, bei einer Wanderung oder einer Rucksacktour. Diese Übung nennt sich die “Fünf-Sinne-Übung” 

Zuerst schaust du dich um und bemerkst fünf Dinge, die du sehen kannst. Dann konzentrierst du dich auf deinen Körper und spürst vier Dinge, die du fühlen kannst – vielleicht berührst du das Gras, ein Blatt oder die raue Rinde eines Baumes. Danach konzentrierst du dich auf die Geräusche um dich herum: drei Dinge, die du hören kannst. Dann kommen zwei Dinge, die du riechen kannst, und schließlich eine Sache, die du schmecken kannst. sei gerade bei dem schmecken Part bitte vorsichtig mit dem, was du in den Mund nimmst, besonders in der Wildnis.

Falls einer deiner Sinne nicht funktioniert, das riechen zum Beispiel eingeschränkt ist, kannst du die Übung anpassen und stattdessen mehr von den anderen Sinnen nutzen. Die Empfehlung wäre, dies zu einer Gewohnheit zu machen, wann immer du draußen bist – sei es in einer belebten Straße, in einem abgelegenen Wald oder beim Kajakfahren auf einem See. Diese Gewohnheit wird dich viel präsenter machen, und das allein lohnt sich schon

2. Ein Buch lesen

An Regentagen, Hitzewellen oder wenn du einfach nicht dazu kommst raus zu gehen, können Bücher eine wunderbare Möglichkeit sein, dich mit der Natur zu verbinden. Bücher helfen dir, die Welt draußen besser zu verstehen, wenn du dorthin zurückkehrst. Einige meiner Favoriten sind die Bücher von Clare Leslie Walker, “Vögel, aber cool” von Silke Hartmann, “Was hat die Mücke je für uns getan?” von Frauke Fischer und grundsätzlich durch Feldführer zu blättern. Wenn du so wie ich auch auf  Hörbücher stehst, kann ich „geflochtenes Süßgras“ von Robin Wall Kimmerer wärmstens empfehlen.

3. Naturtagebuch führen

Beim Führen eines Naturtagebuchs geht es nicht darum, schöne Bilder zu malen, sondern darum, deine Beobachtungsgabe zu schärfen. Es geht darum, Dinge genau zu betrachten und sie verstehen zu lernen, während sie durch dein Gehirn zu deiner Hand auf Papier gelangen. Du brauchst keine teuren Materialien – ein einfacher Stift und ein Notizblock reichen völlig. Dieses Thema werden wir aber definitiv noch einmal intensiver angehen, weil es eine meiner liebsten Methoden ist um Naturverbindung einzugehen.

4. An wissenschaftlichen Projekten teilnehmen

Vielleicht ist das nicht das erste woran Du denkst, aber auch die Teilnahme an Citizen Science Projekten bringt uns näher an die Natur.  Citizen Science bedeutet, Daten über die Natur zu sammeln und sie mit Wissenschaftler*innen zu teilen. Plattformen wie iNaturalist oder Veranstaltungen wie die die Stunde der Gartenvögel vom NaBu sind großartige Möglichkeiten, sich zu engagieren und gleichzeitig etwas für den Naturschutz beizutragen. Jetzt im Januar startet die Stunde der Wintervögel, vielleicht magst du die Gelegenheit gleich nutzen. Schau dir hierzu die Seite vom Nanu an und notiere deine Sichtungen direkt.

5. Renaturierungsprojekte unterstützen

Also ich finde das Wort ist schon sehr unattraktiv, was sich dahinter verbirgt, ist es aber nicht . 

Renaturierungsprojekte sollen helfen, Lebensräume für Tiere zu schaffen und diese zurückzubringen nachdem der Mensch sie in den meisten Fällen übernutzt hatte. Das Pflanzen von einheimischen Pflanzen kann unglaublich erfüllend sein. Es stärkt die Beziehung zur Natur. Wir geben etwas zurück und erhalten so viel mehr. Fragt hier gerne mal in den Naturschutz- und Landschaftsverbänden in eurer Nähe nach. Helfer werden immer wieder gesucht. 

6. Eine Natur-Community aufbauen

Finde Gleichgesinnte, mit denen du deine Liebe zur Natur teilen kannst. Du kannst solche Menschen bei Veranstaltungen, in Online-Gruppen oder durch Freiwilligenarbeit wie eben angesprochen treffen. Eine Gemeinschaft macht dich stärker und zusammen macht alles sowieso mehr Spaß. Du findest nichts passendes? Kein Problem, du kannst auch selbst eine Natur-Familiengruppe gründen. Ich bin sicher, dass sich hier viele nette Menschen freuen würden auf regelmäßige Treffen und Aktionen mit den Kindern. Auch deine Kinder werden eine große Freude dabei haben.

7. Langsam machen

Der schönste und schwierigste Tipp. Nimm dir Zeit, um mit deinen Kindern die kleinen Dinge zu beobachten – wie winzige Kröten oder die Details eines Blattes. Beziehungen zur Natur brauchen Zeit, aber die Investition lohnt sich. 

Ich hoffe, dass diese Ideen dir helfen können, deine Verbindung zur Natur zu vertiefen.

Avatar von Sara

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