
Wenn die Tage eher wieder etwas anstrengender und auch dunkler sind, dann gibt es etwas, das meine Laune immer heben kann. Und das sind Vögel. Ich habe ganz große Freude daran, sie am Futterhäuschen, an der Hecke, oder in den Ästen der Bäume, zu beobachten und ihnen zuzuhören.
Ich weiß nicht wie, aber dieses quirlige, fröhliche, das Leben feiernde, wie sie fast schon Spaß zu haben scheinen, scheint irgendwie ansteckend zu sein. Und das ist auch der Grund, warum Vögel bei uns in der Familie eine Spezialrolle einnehmen.
Wir sprechen viel über Vögel, haben natürlich auch eine kleine Futterstation zum Beobachten von Vögeln und ganz am Ende erfährst du noch einen Kleinen Tipp von mir, wie wir an Vogelstimmen rangegangen sind oder rangehen.
Einmal vorneweg, ich werde in einem Artikel das Thema Vögel nie komplett abhandeln können. Dafür gibt es Formate, die sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigen und die wundervolle Ressourcen dafür sind. Da kann ich dir z. B. die Seite vom NABU empfehlen.
Da schaue ich total gerne rein. Hier finde ich gute Informationen und spannende Themen, die richtig interessant aufbereitet sind.
Also falls du noch mehr über Vögel wissen möchtest, kann ich dir diese Seite absolut empfehlen.
Worum es heute gehen wird, ist der Teil, in dem wir mit Kindern Vögel kennenlernen. Und das würde ich jetzt über eine kurze Zusammenfassung zum Thema Birding, also das Beobachten von Vögeln angehen.
Birding, falls du davon mal gehört hast ist im Grunde das beobachten von Vögeln. Durch das -ing hinten dran, wird es etwas, was man in dem Moment tut.
Beim Birding können wir Vögel beobachten und zwar die Vögel, die bei uns in der Nähe leben. Ich muss ehrlich sagen, dass ich alle Vögel mag und ganz besonders die, die bei mir in der Nähe leben, weil die eben immer da sind.
Besondere und seltene Vögel, da freue ich mich natürlich auch, wenn ich die mal sehe oder höre. Aber mir haben es die Vögel angetan, die ich hier aus meinem Fenster beobachten kann. Das ist z.B. ein Amsel Pärchen, das jedes Jahr da ist und ich beim Abwaschen dann immer beobachten kann.
Und sowieso mag ich Amseln gerne, weil sie so eine schöne Stimme haben und auch so nah herankommen. Und weil man eine Art Verbindung, fast schon eine Freundschaft aufbauen kann.
Birding ist wirklich was total Schönes, sehr Interessantes und manchmal auch Lustiges. Dadurch, dass Vögel praktisch überall sind, kannst du das auch überall machen. Also wird dir niemals langweilig. Vögel zu beobachten kann außerdem dazu führen, dass du mehr Naturverbindung aufbaust.
Es kann anfangs etwas viel werden, wenn wir in die Welt der Vögel starten, weil es hier so viele Themen gibt. Allein zum Thema Fütterung, kann man ganze Bücherregale füllen.
Über Federn, über Ornithologie an sich, über jeden einzelnen Vogel könnte man ein Buch schreiben, was es zum Teil auch gibt. Da ist ein Leitfaden vielleicht gar nicht so schlecht.
Was du nämlich eigentlich brauchst, ist das alles gar nicht. Du musst jetzt nicht losrennen, in die nächste Bücherei um dir Literatur zu besorgen, sondern du brauchst eigentlich nur Vögel. Einfach Vögel in deiner Nähe.
Und am besten lernst du hier die Vögel in deiner Nachbarschaft kennen. Welche sind denn das, die bei dir in den Garten kommen oder die bei dir vor dem Fenster sitzen oder in dem Park, in dem du mittags spazieren gehst. Und so wie du auch deine menschlichen Nachbarn kennenlernen kannst, kannst du auch diese Vögel kennenlernen.
Du kannst ihre Stimmen kennenlernen. Du kannst ihr Aussehen kennenlernen. Du kannst auch ihr Verhalten kennenlernen. Ich empfehle dir, mit deiner Familie, drei Vögel auszusuchen, die ihr dann wirklich studieren möchtet. Das reicht zu Beginn vollkommen aus. Stellt euch Fragen zu euren Vögeln.
Fällt dir z. B. an deinem Vogel irgendetwas auf? Was tut er? Singt er gerne? Hat er irgendein besonderes Merkmal? Hast du beobachten können, was er gerne frisst?
Und wenn ihr diese drei Vögel richtig gut kennengelernt habt, dann ist das schon eine ganz schöne Menge und ihr könnt weitere Aufnehmen. Im Grunde ist das schon Birding. Also viel mehr kommt da jetzt nicht mehr.
Wenn du möchtest, kannst du jetzt mal ein Buch zucken und darin blättern, oder es gibt auch Webseiten oder auch Apps, die du da verwenden kannst.
Es hilft bei der Artbestimmung immer erstmal herauszufinden, wo wohne ich eigentlich, was für eine Gegend ist das. In der Stadt kommen unter Umständen andere Vögel vor m, als wenn du in der Nähe eines Waldes lebst oder auf dem Land. Welche Jahreszeit haben wir? Auch das ist ein Faktor, der berücksichtigt werden kann, denn viele unserer Vögel sind ja auch Zugvögel. Und dann gibt es ja auch viele Vögel, die recht ähnlich aussehen, aber irgendein kleines Merkmal haben, dass sie von einem anderen unterscheidet.
Auch hier kannst du jetzt etwas tiefer eingehen und mal schauen, ob du das herausfindest.
Vögel lassen sich wunderbar vom Fenster aus beobachten. Ebenso sind sie an einem Futterplatz gut zu beobachten. Was du aber auch mal versuchen kannst, ist dir einen Sitting Spot auszusuchen.
Also im Grunde ist das ein Sitzplatz in der Natur. Du hast dann deine Sitzunterlage dabei, setzt dich hin und tust mal kurz nichts. Vielleicht ist dir auch schon aufgefallen, dass wenn du an einem Ort ankommst, du anfänglich gar nicht so viele Stimmen und Vögel hörst und siehst. Das dann allmählich immer mehr Vögel anfangen lauter zu singen und näher rankommen. Die Natur um dich herum will erst mal herausfinden, wer bist du und was möchtest du.
Wenn du da jetzt aber still und ungefährlich sitzt, für ein paar Minuten, 15 Minuten vielleicht, dann wirst du immer mehr Vögel sehen. Also such dir wirklich einen Platz raus, der bequem für dich ist und von dem aus du auch gut beobachten kannst. Wenn du das über das ganze Jahr immer wieder mal machst, wirst du total viel entdecken.
In deinem Garten, auf deinem Balkon, auch auf dem Fensterbrett kannst du für Vögel Futter und Wasser anbieten. Es ist vermutlich nicht so, dass du damit besonders gefährdete Arten, die auf der roten Liste stehen, retten wirst. Trotzdem ist es eine ganz tolle Möglichkeit, den Vögeln in deiner Nachbarschaft zu helfen. Es besteht eigentlich auch keine Gefahr, dass sie zu faul werden um selber zu jagen.
Insekten fressende Vögel zum Beispiel werden immer lieber die frischen Insekten bevorzugen, bevor sie zu dir auf den Balkon oder in den Garten kommen um diese Mischung, die du davor zusammengestellt hast, zu fressen. Aber aufgrund von vielen, vielen Herausforderungen und Problemen, denen unsere Vögel leider ausgesetzt sind, ist es doch schon eine ganz gute Unterstützung. Auch die Ganzjahresfütterung ist möglich. Es ist ja nicht so, dass sie nur im Winter fressen. Die Vögel brauchen auch im Sommer und gerade auch im Frühjahr Futter, wenn dann die Jungen schlüpfen.
Eine wunderbare Aufgabe als Familie, die dann möglich ist wenn sie am Futterplatz sind, dass dein Kind und du das Naturtagebuch zückt und ihr einfach mal aufschreibt: welche Vögel kommen da eigentlich? Um welche Uhrzeit ? Wie viele? Das ist eine wunderbare wissenschaftliche Methode der Observierung, die du da an deine Kinder weiter gibst, indem du nicht nur Bilder und Wörter, sondern eben auch Zahlen benutzt. Eine tolle Geschenkidee für Kinder, sind dann zum Beispiel auch ein Fernglas zum Geburtstag, Ostern oder Weihnachten. Mit denen sie die Vögel ganz gut beobachten können.
Ferngläser sind eine wirklich sinnvolle Idee im Vergleich zu vielem anderen, was man so zum Geburtstag schenkt. Irgendwann können auch die Fahrräder, mal zwei, drei Jahre gefahren werden. Dann wachsen sie ja nicht mehr so arg schnell.
Und da finde ich ein Fernglas eigentlich wirklich eine ganz gute Sache. Und es muss ja auch nicht das Allerteuerste sein.
Ich bin kein großer Fan, dass Bücher ausgeschmückt werden mit irgendwelchen Knöpfen und Technikzeug. Das mag ich eigentlich nicht, aber es gibt eins, das ist total cool.
Wir haben ein Buch, mit Nummerierten Abbildungen der Vögel, Informationen und einer sehr großen Abbildung des Vogels. Durch tippen, seitlich, kann die Stimme des Vogels abgespiegelt werden. Meine Kinder tippen ganz gerne auf die Vögel, die sie vom Aussehen her kennen und hören sich dann die Stimmen dazu noch mal an.
Vögel sind schon ganz besondere Tiere, nicht nur, weil sie uns so viel Spaß machen, sondern weil sie auch ökologisch sehr, sehr wertvoll sind. Wenn du Vögeln wirklich helfen möchtest, dann ist das, was ich wieder sagen kann, gärtnere naturnahe. Gärten mit Hecken und Stauden, die auch über den Winter stehen gelassen werden. Auch einfach nicht aufräumen und Pflanzen stehen lassen, was den Insekten hilft, die wiederum den Vögeln helfen. Alles ist ja miteinander verbunden.
Ein Garten mit Wasserstellen und ohne den Einsatz von Pestiziden, all das ist so, so wichtig für unsere Vogelwelt, die so zu kämpfen hat.
Die rote Liste für die Brutvögel in Deutschland wird 2026 aktualisiert. Und es scheint so, dass hier noch mal einige, noch mal höher eingestuft werden. Also noch gefährdeter, als sie sowieso schon waren.
Und, ja, die kämpfen wirklich, unsere Vögel. Die kämpfen wirklich ums Überleben. Gerade die Offenland-Brüter haben es sehr, sehr schwer. Hier sind einige inzwischen sogar ausgestorben.
Im Offenland ist das Problem der Nährstoffeintrag über Gülle und über andere Düngemittel, dass durch den Pestizideinsatz noch mal die Insekten weggebrochen sind und dass die Gelege der Vögel durch das viel zu oft Mähen zerstört werden.
gerade im Offenland ist Monokultur ein großes Problem. Es ist etwas komplex das Ganze, da werden wir aber trotzdem auch nochmal drauf eingehen. Aber dadurch, dass wir sehr sehr viel Futter herstellen für Fleischproduktion, fehlt grundsätzlich Lebensraum.
Wir haben außerdem viele Flächen entwässert, um dort Landwirtschaft betreiben zu können. Das heißt, hier fehlen Feuchtgebiete, wo dann auch wieder die Vögel zu kämpfen haben, die dort vorkommen. Nicht ohne Grund ist gerade, was die Vogelwelt betrifft, Alarmstufe Rot und nicht ohne Grund setzen sich so viele Naturschutzorganisationen und Vereine dafür ein, dass wirklich um so gut wie jeden Vogel gekämpft wird.
Wir können unseren Beitrag dabei dadurch leisten, dass wir unseren Fleischkonsum reduzieren und dass wir auch unsere Umgebung so naturnah wie möglich gestalten, mit Hinblick auf Lebensraumschaffung für die Vögel. Denn dort, wo Vögel nicht mehr auftreten, ist immer ein Indikator, dass hier etwas nicht stimmt und dass das Ökosystem überlastet und belastet ist.
Ich hoffe, dass wir und unsere Kinder noch sehr lange, sehr viel Freude an den gefiederten Freunden haben werden.
In diesem Beitrag haben nun wirklich nur ganz leicht das Thema gestreift. Aber ich weiß ja, dass Eltern nicht so arg viel Zeit haben um in ein Thema einzutauchen. Deshalb hoffe ich einfach, dass dir das Birding mit deinen Kindern Spaß machen wird und ihr das zwitschern eurer Vögel lange genießen könnt.

Hinterlasse einen Kommentar