
Wie können wir den stacheligen Gartenbewohnern helfen?
Aufgrund der neuesten Entwicklungen habe ich mich entschlossen, mich mit dem heutigen Beitrag dem Thema Igel zu widmen. Denn er ist auf die rote Liste aufgenommen worden.
Über was oder wen sprechen wir hier eigentlich? Wir kennen ihn nämlich alle, den kleinen Gartenhelfer mit den kurzen Beinchen und dem spitzen Näschen. Dieses kleine Kerlchen ist nun laut der internationalen roten Liste erstmals als potenziell gefährdet eingestuft worden.
Ganz genau reden wir über den westeuropäischen Igel (erinaceus europäische). Letzte Woche, je nachdem wann du diesen Beitrag liest, ist diese Information veröffentlicht worden, also ganz offiziell. Es gab einen großen Aufschrei und die Diskussion um Empfehlungen, wie dagegen vorgegangen werden kann, ging durch die Medien. Laut Angaben der Weltnaturschutzunion IUCN sind die Bestände in mehr als der Hälfte der Länder, in denen er lebt, zurückgegangen.
Darunter eben auch in Deutschland. Ich muss jetzt tatsächlich zugeben, dass mich das nicht sehr überrascht hat. Der Rückgang der Biodiversität betrifft nämlich nicht nur Korallenriffe und Regenwälder, sondern eben auch unsere heimische Flora und Fauna.
Wenn wir uns die aufgeräumten Gärten mal anschauen, verwundert es eigentlich nicht, wenn ein typischer Gartenpredator, also ein Jäger, hier kaum mehr Lebensraum findet und inzwischen sogar vermehrt in Städten anzutreffen ist, weil hier teilweise inzwischen sogar mehr Strukturen zu finden sind als in ländlichen Gebieten.
Warum sind Igel eigentlich wichtig für uns?
Igel sind nicht nur faszinierende Wildtiere in unserem Garten und leisten wertvolle Arbeit für das Ökosystem.
Es gibt noch weitere Gründe, warum Igel so wichtig sind. Igel ernähren sich von Insekten, Schnecken und anderen Kleintieren, sind also Gegenspieler von vielen Arten, die ein Problem im Garten darstellen können, wenn sie überhand nehmen. Durch ihren Appetit helfen sie also, das natürliche Gleichgewicht im Garten zu halten.
Jede Tierart hat ihre Rolle im Ökosystem und auch Igel tragen zur Biodiversität bei. Ihre Anwesenheit ist ein Zeichen für einen gesunden Lebensraum. Igel sind besonders durch den Verlust ihres Lebensraums, also zu wenig Struktur in unseren Gärten, dem Straßenverkehr, wie oft finden wir leider überfahrene Igel im Herbst, und Pestizide, weil eben die Insekten dadurch zurückgehen, bedroht.
Ihre Population nimmt ab, weshalb es wichtig ist, dass wir ihnen sichere Orte bieten.
Was können wir tun?
Helfen können wir Igel, indem wir igelfreundliche Gärten schaffen. Wilde Ecken, in denen die Natur sein darf, wie sie möchte.
Laub- und Reisighaufen aufschichten, die dann auch bitte in Ruhe gelassen werden. Diese bieten Schutz und Nahrung. Gerade im Garten muss auf Pestizide verzichtet werden. Die dem Igel und anderen Tieren schaden können. Im Straßenverkehr sollten wir vorsichtig sein.
Unter Umständen auch die Stadt oder Gemeinde aufmerksam machen und sichere Überquerungsmöglichkeiten anlegen lassen. Wer dem Igel weiter helfen möchte, der kann seinen Garten igelfreundlich gestalten. Schwierig ist der Einsatz von Mährobotern. Diese machen gerade in der Dämmerung dem Igel nämlich ziemlich zu schaffen.
Ebenso können auch Laubbläser zu einer Gefahr werden.
Die Klimakrise bringt Bedingungen mit sich, die auch nicht besonders geeignet sind, wie eben Trockenheit und Starkeegen, die Igel zudem dauerhaft belasten und weshalb wir noch mehr Rücksicht nehmen sollten. Dieser Faktor lässt sich nämlich nicht in kurzer Zeit verändern und lösen.
Wir können Igelen außerdem Versteckmöglichkeiten bieten. Hier sind es neben Laubhaufen auch große Steine oder dichte Büsche. Diese Plätze sind auch für viele andere Tierarten sehr hilfreich. Ein Quartier aus Steinen oder Ästen, so wie ein selbstgebautes oder auch gekauftes, Igelhaus, kann als Unterschlupf dienen.
Auf große Aufräumenaktionen sollten wir gerade jetzt verzichten, wenn möglich, damit die Igel nicht unnötig gestört werden. Es wäre fatal wenn sie dadurch vielleicht sogar aufwachen und umher irren.
Bis in den November herein bereiten sich Igel auf ihren Winterschlaf vor. Abends und Nachts sind sie dann in Gärten auf Nahrungssuche.
Auch ich hatte mit Schnecken im Garten zu kämpfen dieses Jahr, trotzdem habe ich natürlich kein Schneckenkorn ausgebracht, weil das in einem naturnahen und igelfreundlichen Garten einfach nichts zu suchen hat. Und das solltest du, wenn wirklich möglich, auch nicht einsetzen.
Käfer, deren Larven und in gewisser Weise auch Schnecken, allerdings nicht die großen, ausgewachsenen sind wichtige Nahrungsqueren für den Igel. Er frisst auch mal größere Schnecken, allerdings kann er davon Bauchschmerzen bekommen aufgrund der Parasiten. Auf jeden Fall ist er somit ein sehr wertvoller Jäger in unserem Garten, der in gewisser Weise andere Tiere ins Schach halten kann.
Ein weiteres Problem sind die Zugänge. Wie soll unser stachliger Freund in den Garten finden, wenn dieser einmal rundherum zugemauert ist? Deshalb sind Schlupflöcher oder Durchgänge in einem Zaun hilfreich.
Nahrung findet der Igel in Blumenwiesen. Hecken und wilden Ecken. Außerdem findet er auch Nistmaterial und Versteckmöglichkeiten an diesen Plätzen.
Gewährt dem Igel Eintritt. Der beste Naturgarten nützt dem Igel und auch anderen Tieren nichts, wenn sie nicht betreten werden können. Ein in Bodennähe angebrachter Durchgang ist deshalb unerlässlich.
So kann der Igel dann problemlos in den Garten hinein und auch wieder heraus. Denn sein Revier erstreckt sich meistens über mehrere Gärten. Ich halte persönlich nicht viel von den Empfehlungen, Katzenfutter hinzustellen.
Bei einem geschwächten Igel in der Aufzucht mag das helfen. Allerdings müssen wir immer wieder bedenken, dass es mehr nützt, die Ursache zu finden und etwas dagegen zu tun, als das Symptom, also in diesem Fall die hungrigen Igel zu behandeln. Auf Dauer hilft es nämlich leider nichts, unseren Gartenfreund von der roten Liste zu bekommen.
Was wir also tun können, und ich lade dich ein, deine Kinder hierbei mitzunehmen, ist naturnahes Gärtnern. Jeder kann seinen Beitrag leisten, um diese besonderen Tiere zu schützen und unserem Garten ein Stück natürliche Schönheit zurück zu bringen. Helfen wir dem Igel, damit auch zukünftige Generationen sie noch erleben können.
Es wäre so schade, wenn die Igel weiter auf der roten Liste aufsteigen und es irgendwann keine mehr gibt. Das wäre ein großer Verlust für uns und für unsere Kinder und natürlich auch für unsere Gärten und sowieso für die Artenvielfalt.
Unsere Kinder dürfen uns bei der Gestaltung des Gartens begleiten, weil das etwas ist, was wir ganz aktiv machen können und dem Igel dadurch helfen.
Ich hoffe dieser Artikrl konnte dir die Wichtigkeit der Artenvielfalt im Garten näherbringen und dass schon ganz bald ein Igel bei dir einzieht.

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