
Viele Familien möchten mehr Zeit draußen verbringen. Doch oft tauchen Fragen auf:
Darf ich Blumen pflücken? Darf ich Kräuter sammeln? Was mache ich mit einem verletzten Tier?
Diese Unsicherheiten halten manche Eltern sogar davon ab, mit Kindern in der Natur auf Entdeckung zu gehen.
Dabei sind die Regeln in Deutschland eigentlich recht verständlich, wenn man sie einmal kennt.
Das Bundesnaturschutzgesetz – die Grundlage
Der Naturschutz in Deutschland basiert auf dem Bundesnaturschutzgesetz.
Darin wird unter anderem geregelt, dass:
– wildlebende Tiere nicht mutwillig gestört werden dürfen
– Tiere nicht ohne Grund gefangen oder verletzt werden dürfen
– Pflanzen nicht ohne vernünftigen Grund entnommen werden dürfen
– Lebensräume geschützt werden müssen
Die Handstraußregel
Für Familien besonders wichtig ist die sogenannte Handstraußregel.
Sie erlaubt das Sammeln kleiner Mengen wildlebender Pflanzen für den persönlichen Bedarf.
Dazu gehören zum Beispiel:
Blumen, Kräuter, Beeren, Pilze, Gräser
Die Menge entspricht ungefähr einem kleinen Handstrauß.
Darf man überall sammeln?
Nein.
Sammeln ist nur erlaubt:
– außerhalb von Naturschutzgebieten
– an Orten ohne Betretungsverbot
– in kleinen Mengen
Regeln im Wald
Der Wald darf grundsätzlich zur Erholung betreten werden. Radfahren oder Reiten ist jedoch meist nur auf Wegen erlaubt. Die genauen Regelungen können je nach Bundesland unterschiedlich sein.
Besonders geschützte Pflanzen
Einige Pflanzen stehen unter besonderem Schutz.
Dazu gehören unter anderem:
Arnika
Enziane
Küchenschellen
Orchideen
viele seltene Farne
Diese Pflanzen dürfen nicht gesammelt werden.
Was tun, wenn man ein Tier findet?
Wildlebende Tiere dürfen grundsätzlich nicht mitgenommen werden.
Bei Jungvögeln gilt:
zunächst beobachten, oft werden sie weiterhin von den Eltern versorgt. Nur bei unmittelbarer Gefahr vorsichtig umsetzen
Bei Unsicherheit kann man sich an Wildvogelhilfe oder Naturschutzorganisationen wenden.
Regeln in Naturschutzgebieten
Naturschutzgebiete dienen dem Schutz seltener Arten. Deshalb gelten dort strengere Regeln.
In den meisten Fällen gilt: Auf den Wegen bleiben. Pflanzen sammeln oder Tiere stören ist dort grundsätzlich verboten.
Fazit
Die Natur bietet Kindern einen wichtigen Raum für Abenteuer, Lernen und Entdeckungen.
Wenn wir ein paar einfache Regeln beachten, können wir diese Zeit draußen mit gutem Gewissen genießen.
Die wichtigste Regel bleibt dabei immer:
Achtsamkeit gegenüber der Natur.

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